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Thema: Patientenorientierte Pflege

Autor: Prof. Dr. J. Beier
erstellt: 30.05.2003

Patientenorientierte Pflege




Literaturverzeichniss
"Patientenorientierung";, "Familienorientierung"; Angehörigenorientierung Ressourcenorientierung"; "Patientenorientierte Pflege"; sind Schlüsselbegriffe moderner Pflege -und Betreuungskonzepte, die vor allem auf Förderung von Patienten- sowie Angehörigensouveränität zielen.

Der Begriff "Patientenorientierung"; wird heute sehr unterschiedlich und mit deutlich verschiedenen Ambitionen verwendet.
  • Gesundheitspolitiker und Gesundheitsökonomen benutzen "Patientenorientierung"; als Forderung und Strategisches Programm für ein neues Gesundheits- und Versorgungssystem. Hier wird auch oft synonym von "Kundenorientierung"; oder "Klientenorientierung"; gesprochen.
  • Patientenvertreter und Vertreter von pflegenden Angehörigen sowie Repräsentanten einschlägiger Selbsthilfeorganisationen verbinden mit dem Slogan "Patientenorientierung"; vor allem den Anspruch an eine adressatengerechte, die Autonomie und Souveränität der Patienten /Verbraucher achtende und fördernde Pflege und Betreuung.
  • Pflegepädagoginnen /Pflegepädagogen aber auch Pflegewissenschaftlerinnen und Pflegewissenschaftler beschreiben mit Patientenorientierung vor allem den notwendigen Paradigma- Wechsel in Pflege und Betreuung.

Patientenorientierung stellt den Patienten als Subjekt ins Zentrum von Betreuung, Pflege und Therapie, deren Ausgangspunkt und Initiator der Patient selbst ist. Nicht lediglich die Erkrankung steht im Mittelpunkt, sondern der betroffene Patient.

Patienten sind in diesem Sinne nicht ein oder gar der besondere Gegenstand der beruflichen Arbeit im Gesundheits- und Sozialwesen, den man mit Fürsorge "behandeln"; muss.Gegenstand patientenorientierter Pflege und Betreuung ist das "individuelle Krankheits- bzw. Gesundheitsproblem"; des Patienten, das Pflegende / Betreuende und Patienten gemeinsam (partnerschaftlich) in entsprechenden Pflege- bzw. Betreuungssituationen bewältigen.

Kernkomponenten des wissenschaftlichen Zugangs zum Begriff "Patientenorientierung"; sind: Autonomie, Expertentum, Ressourcenorientiertheit Ganzheitlichkeit. Sie stehen Heteronomie, Unwissenheit, Defizitorientierung, Symptomorientierung gegenüber ( Vergleiche auch Barbara Poschwatta/ Jutta Beier 2003) Patientenorientiert in dem bisher beschriebenen Sinne zu pflegen, erfordert demzufolge ein hohes Maß an pflegepädagogischer Kompetenz.

"Patientenorientierung"; ist immer im Kontext mit "Angehörigenorientierung"; zu gestalten. Sind doch vielfach Angehörige "das Medium";, über das und durch das Patientenorientierung realisiert werden muss.

Eng verbunden mit dem Konzept "Patientenorientierung"; ist das Konzept "Empowerment";, das bereits seit einiger Zeit in der Wirtschaft im Management praktiziert wird und nun auch zunehmend Eingang in das Gesundheitssystem findet.

Empowerment als Pflege- und Betreuungskonzept gründet sich auf folgende Dimensionen :

  • Selbstakzeptanz und Selbstvertrauen
  • Glaube an die Wirksamkeit der eigenen Person
  • Die biografisch gefestigte Erfahrung der eigenen Kompetenz
  • Der Wunsch nach Umweltkontrolle
  • Die Selbstverpflichtung auf ein aktives prosoziales Verhalten

Empowerment zielt auf die Bemächtigung und Befähigung des Patienten, seine Gesundheitsziele in größtmöglicher Selbständigkeit zu erreichen, und ist damit -ein gesamtsystemischer, ziel-, ergebnis- und ressourcenorientierter Ansatz; Empowerment ist somit mehr eine Haltung als eine Technik oder Methode.

Ein salutogenetischer Betreuungsansatz in Medizin und Pflege fragt vor allen Dingen nach den Kräften, Mechanismen, Ressourcen, die dem Individuum helfen, Gesundheit zu entwickeln bzw. zu erhalten. Diese Kräfte fördern die Kompetenzen von Menschen, mit den Belastungen des Lebens erfolgreich umzugehen (Handbuch Salutogenese, 1998,S. 2.).

Das an Ressourcen orientierte Pflege - und Betreuungskonzept hat heute bei weitem noch nicht in das praktischen Tun umfassend beflügelt.

Patientenorientierte Pflege und Betreuung können nur auf der Synthese aller der genannten Konzepte in den verschiedensten Situationen, in denen Menschen Pflege und Betreuung benötigen, wirklich gelebt werden.

Prof. Dr. Jutta Beier




Literatur:

Beier, Jutta:
Information und Beratung von pflegenden Angehörigen in der "Häuslichen Kinderkrankenpflege"; In: Kinderkrankenschwester 2003 /22. Jahrg. Nr. 3, S. 105 - 101

Beier, Jutta:
Patienten -und familienorientierte Information und Beratung in der "Häuslichen Kinderkrankenpflege"; - ein Stiefkind pflegewissenschaftlicher Forschung
In: Pflege /Die wissenschaftliche Zeitschrift für Pflegeberufe, 2003; 16. 63- 65

Elli Christmann, Regina Holle, Dörte Schüssler, Jutta Beier:
Pflegepädagogische Sichtweise empfängerorientierter Information im Gesundheitswesen
In: Hochschulforum Pflege 5/2001

Klug-Redmann, Barbara:
Patientenschulung und -beratung; deutsche Ausgabe, Hrsg: von Jürgen Osterbrink, Berlin, Wiesbaden, Ullstein Mosby-Verlag 1996

Köhlen Christina, Beier, Jutta, Danzer, Gerhard:
"They don`t `leave on your own";
In: Pediatric Nursing Jurnal, Nr.4 Volume 26, Juli/ August 2000 ISSN 00977-9805

Nau, Johannes:
Empowerment in Selbsthilfe und Unterstützung aus fachdidaktischer Sicht
Fachdidaktisches Projekt Mai 2003 / Institut für Medizin- Pflegepädagogik und Pflegewissenschaft/ Charité/ Humboldt- Universität zu Berlin




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