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Boris liegt reglos da, kann sich nicht bewegen.

Boris kann nicht sprechen und ich würde mich so gerne mit ihm austauschen.

Die Morphine und Beruhigungsmittel führen zu einem anhaltenden Dämmerzustand. Nur kurz taucht er daraus auf und öffnet die Augen. Wegen der Drogen kann er sich auch nicht so richtig merken, was wir ihm erzählen.

Ich soll ihm die selben Gedanken immer wieder erzählen, damit sie auch bei ihm ankommen. Bob, der Psychologe, hat mir vorgemacht, wie ich mich mit ihm unterhalten kann.

Ich muss versuchen, so zu sprechen, dass Boris mit den Augen blinzelnd antworten kann. "Ja" ist einmal blinzeln und "nein" ist zweimal blinzeln.

Das klappt natürlich erst mal gar nicht.
Ich bin verunsichert, ungeduldig und verzweifelt.
Ich merke, dass ich ihn überfordere.

Hilfreich ist, den Kranken zunächst zu fragen, ob er sich mit uns unterhalten möchte. Oder ob er lieber Musik, eine Erzählung oder gar nichts hören möchte. Es dauert ein paar Tage, bis es einigermaßen klappt, sich in ihn hineinzuversetzen und Antworten zu bekommen.

Der Kranke ist von der Geduld des Fragenden abhängig. Er leidet meist mehr darunter sich nicht verständlich machen zu können als darunter, dass er sich nicht bewegen kann. Der kranke Mensch ist darauf angewiesen, dass wir ihm die richtigen Fragen stellen oder den gewünschten Buchstaben vorschlagen. Wenn wir denken "Jetzt ist Schluss", dann ist Schluss, auch wenn wesentliche Teile von dem, was der Kranke wirklich sagen will, noch fehlen.

Es ist ein bisschen wie der Umgang mit einem Kind, das noch nicht sprechen kann. Es weint und wir müssen herausfinden, warum und was ihm gut tut. Es hat mich sehr berührt, wie Boris mit einem sanften Lächeln auf meine Kinderlieder reagiert hat.

Wenn es mit dem "ja" und "nein" schon besser klappt und die Drogen/Beruhigungs- bzw. Schmerzmittel langsam abgesetzt werden, kann man probieren, mit dem Kranken durch eine Buchstabenhitparade zu kommunizieren. Er hat sich einen Satz überlegt und wir versuchen die einzelnen Buchstaben herauszufinden. Als erstes wird der am häufigsten auftretende Buchstabe des Alphabetes genannt. Dann der am zweithäufigsten auftretende und so weiter. Der Kranke gibt ein kleines Zeichen, wenn der richtige Buchstabe genannt wurde. Mit etwas Übung kann man den Rest des Wortes bzw. Satzes erraten und etwas schneller zum Erfolg kommen.





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